Im Sondermaschinen- und Anlagenbau entscheidet oft jedes Detail über die Qualität eines Bauteils. Insbesondere Schweißnähte müssen höchsten Anforderungen gerecht werden, da sie entscheidend für Stabilität, Dichtheit und Sicherheit sind.
Damit sich unsere Kunden auf jedes einzelne Bauteil verlassen können, setzen wir bei KARL HUGO auf zerstörungsfreie Prüfverfahren (ZfP). Diese Verfahren ermöglichen eine zuverlässige Kontrolle von Schweißnähten, ohne das Werkstück dabei zu beschädigen oder unbrauchbar zu machen.
Was sind zerstörungsfreie Prüfungen?
Wie der Name bereits verrät, werden bei der zerstörungsfreien Prüfung Bauteile kontrolliert, ohne sie dabei zu verändern oder zu beschädigen. Das geprüfte Werkstück kann anschließend ganz normal weiterverarbeitet oder ausgeliefert werden.Je nach Einsatzbereich und Kundenanforderung kommen unterschiedliche Prüfverfahren zum Einsatz. Einige Methoden machen Oberflächenfehler sichtbar, andere können sogar Fehler erkennen, die sich knapp unter der Materialoberfläche befinden.
Neben den Verfahren, die wir bei KARL HUGO selbst durchführen, gibt es weitere Prüfmethoden, zum Beispiel Ultraschallprüfungen (UT) oder Röntgenprüfungen (RT). Diese werden bei speziellen Anforderungen durch entsprechend zertifizierte externe Prüforganisationen durchgeführt.
Warum sind zerstörungsfreie Prüfungen so wichtig?
Nicht jede Schweißnaht muss den gleichen Anforderungen entsprechen. Welche Prüfungen durchgeführt werden, hängt immer von der späteren Verwendung des Bauteils ab. So stellen beispielsweise Druckbehälter, Vakuumbehälter, Rohrleitungen oder Komponenten für die Energie- oder Kerntechnik andere Anforderungen als ein einfaches Gestell.Gerade in sicherheitskritischen Bereichen verlangen Kunden häufig umfangreiche Prüfprotokolle und eine lückenlose Dokumentation der Schweißqualität. Das bedeutet für unsere Kunden ein hohes Maß an Sicherheit, verlässliche Prozesse und langlebige Bauteile, auf deren Qualität sie dauerhaft vertrauen können.
Drei Prüfverfahren direkt bei KARL HUGO
Unsere Mitarbeiter sind für drei der wichtigsten zerstörungsfreien Prüfverfahren speziell ausgebildet und zertifiziert nach der EN ISO 9712.
VT: Visuelle Prüfung (Visual Testing)
Je nach Bauteil kommen dabei Schweißnahtlehren, Messwerkzeuge oder Endoskope zum Einsatz, beispielsweise bei Rohrleitungen.
Die Bewertung erfolgt nicht nach Gefühl, sondern anhand internationaler Normen wie der DIN EN ISO 5817. Diese definiert Qualitätsstufen für Schweißnähte. Je nach Kundenanforderung gelten unterschiedliche Qualitätsklassen (zum Beispiel B, C oder D).
Am Ende entscheidet der Prüfer objektiv, ob die Schweißnaht zulässig ist.
PT: Eindringprüfung (Penetrant Testing)
Der Ablauf ist vergleichsweise einfach:
- Auf die gereinigte Schweißnaht wird ein rotes Eindringmittel aufgetragen.
- Durch Kapillarwirkung dringt dieses selbst in feinste Risse oder Poren ein.
- Nach einer Einwirkzeit wird das überschüssige Prüfmittel entfernt.
- Anschließend wird ein Entwickler aufgesprüht.
Befindet sich ein Fehler in der Schweißnaht, zieht der Entwickler das rote Prüfmittel wieder aus dem Riss heraus. Dadurch entsteht eine deutlich sichtbare Anzeige.
Die eigentliche Herausforderung liegt dabei nicht nur im Erkennen der Anzeigen, sondern auch darin, echte Fehler von sogenannten Scheinanzeigen zu unterscheiden. Genau hier zeigen sich die Erfahrung und Qualifikation unserer zertifizierten Prüfer.
MT: Magnetpulverprüfung (Magnetic Testing)
Bei KARL HUGO arbeiten wir zusätzlich mit fluoreszierenden Prüfmitteln, die unter UV-Licht ausgewertet werden. Dadurch lassen sich selbst sehr feine Fehler besonders zuverlässig erkennen.
Ein weiterer Vorteil der Magnetpulverprüfung ist, dass sie nicht nur Oberflächenfehler, sondern auch Fehler erkennt, die sich knapp unter der Materialoberfläche befinden!
Qualität braucht qualifizierte Prüfer
Die beste Prüfmethode ist nur so gut wie der Mensch, der sie anwendet. Deshalb verfügen unsere Mitarbeiter über die entsprechenden Zertifizierungen für die jeweiligen Prüfverfahren und bilden sich regelmäßig weiter.Heute reicht eine einmal erworbene Qualifikation nicht mehr aus: Die Zertifizierungen müssen in regelmäßigen Abständen durch erneute Prüfungen bestätigt werden. Zusätzlich gehören beispielsweise auch regelmäßige Sehtests zu den Voraussetzungen, um die Prüftätigkeit weiterhin ausüben zu dürfen.
So stellen wir sicher, dass unsere Prüfer stets nach dem aktuellen Stand der Technik arbeiten und unsere Kunden sich auf eine fachgerechte Bewertung verlassen können.
Qualität, die Vertrauen schafft
Ob Maschinenbau, Chemieindustrie, Medizintechnik oder Kerntechnik – unsere Kunden verlassen sich darauf, dass jedes Bauteil den vereinbarten Qualitätsanforderungen entspricht.Mit den zerstörungsfreien Prüfverfahren VT, PT und MT können wir einen großen Teil dieser Qualitätskontrollen direkt im eigenen Haus durchführen. Das ermöglicht kurze Reaktionszeiten, eine vollständige Dokumentation und höchste Prozesssicherheit. Denn Qualität entsteht nicht erst am Ende der Fertigung, sie begleitet jedes Projekt von Anfang an!
Bei KARL HUGO bedeutet das: Präzision, Fachwissen und zertifizierte Qualität – für Bauteile, auf die sich unsere Kunden langfristig verlassen können.
Hier können Sie alle Zertifikate von KARL HUGO einsehen.